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Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

 

Endometriose


Sie ist schlichtweg eine „Gebärmutterschleimhaut am falschen Ort“. Bei der Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut – auch Endometrium genannt – außerhalb der Gebärmutter. Im Allgemeinen ist die Erkrankung gutartig, aber sie verläuft chronisch meist über längere Zeiträume. Leider wird die Erkrankung häufig spät erkannt. Viele Patientinnen berichten über einen langen Leidensweg, bevor die Diagnose gestellt wird.

Die Diagnostik, Beratung und Therapieplanung bei bekannter Endometriose oder bei einem Verdacht auf Endometriose erfolgen durch das Team des Endometriosezentrums. Termine hierzu erhalten die Patientinnen nach telefonischer Anmeldung über das Sekretariat unserer Klinik (Telefon 0721 889-2347).

In die Endometriosesprechstunde sollten Patientinnen einen Überweisungsschein vom Frauenarzt mitbringen, alle vorhandenen Unterlagen wie OP-Berichte, Untersuchungsbefunde sowie den ausgefüllten Fragebogen.

Symptome

Patientinnen, die an Endometriose leiden, haben charakteristische Beschwerden, die je nach Ausprägung die Lebensqualität stark einschränken können. Dazu zählen wiederkehrende Unterbauchschmerzen, die im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten. Schmerzen während des Eisprungs sowie Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr können ebenso auftreten. Auch kann dann die Blasenentleerung und jede innere Darmbewegung schmerzen. Bei der Darmentleerung kann der Unterleib krampfen.

Im Laufe der Zeit weiten sich die Schmerzen häufig aus. Sie werden dauerhaft und unabhängig von der Menstruation und können auch in den Rücken strahlen. Zudem kommt es zu Blutungsstörungen und Schmierblutungen sowie zu Blutungen bei der Darm- und Blasenentleerung. Der Körper reagiert mit schmerzhaften Entzündungen. Es bilden sich Verwachsungen.

Die Endometriose zieht Harnblase, Darm und Bauchhöhle in Mitleidenschaft, aber auch Eileiter und Eierstöcke. Erschwerte Empfängnis und unerfüllter Kinderwunsch können die Folge sein.

Ursache

Nach heutigem Wissensstand sind die Entstehungsursachen vielfältig.

Diagnose

In der Sprechstunde des Endometriosezentrums können sich Frauen mit Verdacht auf Endometriose zur diagnostischen Abklärung vorstellen. Untersucht werden zudem Endometriose-Patientinnen, um eine eventuelle weiterführende Behandlung wie Operation oder medikamentöse Therapie zu planen. Im Endometriosezentrum wird auch die Therapie kontrolliert.

Ablauf einer Endometriose-Sprechstunde
Im Rahmen der Sprechstunde wird zunächst ausführlich und umfassend über die Klärung der Symptome gesprochen. Um beim Gespräch die Übersicht über die vielfältigen Symptome zu haben, füllen die Patientinnen idealerweise vorab einen Fragebogen aus.

Im Anschluss an das Gespräch werden die Patientinnen gynäkologisch untersucht. Etwaige Befunde wie knotige Veränderungen an den Gebärmutter-Haltebändern liefern weitere wichtige Hinweise. Zur umfassenden Untersuchung gehört auch das Abtasten des Enddarmes und des Bereiches zwischen Scheide und Darm.

Zur Diagnostik wird auch eine vaginale Ultraschalluntersuchung eingesetzt. Zu erkennen sind dabei zum Beispiel etwaige Zysten an den Eierstöcken. Kleine Herde entgehen jedoch meist dieser Diagnostik.

Falls Patientinnen Schmerzen oder Beschwerden beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen haben, bietet sich zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung, eine so genannte Koloskopie, an. Ergänzend oder entsprechend rät das Team dann auch zu einer Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm (Endosonographie) oder einer Blasenspiegelung via Zystoskopie.

Weitere Diagnostik der Endometriose
Die einzige sichere diagnostische Möglichkeit, um Endometriose festzustellen und ihren Schweregrad zu bestimmen, ist eine Laparoskopie, das heißt eine Bauchspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben. Alle sichtbaren Herde können hierbei meistens beseitigt werden. Verwachsungen lassen sich lösen. Nach gesicherter Diagnose beginnt man in der Regel mit einer hormonellen Therapie.

Therapie

Die Behandlung umfasst operative, hormonelle sowie alternative Therapieansätze. Sie werden individuell auf die Patientin abgestimmt. Bei der Wahl der jeweiligen Behandlung spielt die Ausdehnung der Endometriose ebenso eine Rolle wie das Alter der Patientin und die Vorbehandlung.

Operative Therapie 
Die Bauchspiegelung ist die Standardoperation zur Diagnose und Therapie der Endometriose. Selten muss ein Bauchschnitt erfolgen. Letzteres ist ein Eingriff, bei dem ein mehrere Zentimeter langer Hautschnitt Sicht und Zugang auf das erkrankte Organ ermöglicht. Dies ist bei einer Bauchspiegelung nicht nötig.

Hierbei wird über einige winzige Einschnitte ein Endoskop und die OP-Geräte in den Körper geschoben. Eine kleine Videokamera überträgt hochauflösende Bilder vom Operationsfeld in bis zu 15-facher Vergrößerung. Erkennbare Herde einer Endometriose werden nach Möglichkeit gründlich und vollständig entfernt. Der Eingriff schont das gesunde Gewebe und die umliegenden, nicht betroffenen Organe.

Medikamentöse Therapie
Die besten Erfolge bringt meist eine kombinierte Therapie aus Operation und anschließender medikamentöser Behandlung. Das Hormon Östrogen regt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an. Ein dauerhafter Östrogen-Entzug kann zur Beschwerdefreiheit und Rückbildung der Erkrankung führen.

Allerdings ist bei der Wahl dieser Therapie vieles zu berücksichtigen. Entscheidend sind die jeweiligen Symptome, das Alter der Patientin und die Frage nach dem Kinderwunsch. Der Schweregrad der Erkrankung spielt ebenso eine Rolle wie die Lokalisation der Endometriose. Nach Festlegung des Therapieziels kann man einen individuellen Behandlungsplan zusammenstellen.

Schmerztherapie und zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten
Medikamente wie Buscopan, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen oder andere COX-Hemmer können helfen, die mit der Endometriose einhergehenden Schmerzen zu lindern. Auch ergänzend-ausgleichende Behandlungsverfahren wie Akupunktur oder traditionelle chinesische Medizin beziehungsweise Naturheilverfahren helfen vielen Patientinnen.

Diese Therapien unterstützen die medizinischen Behandlungsansätze. Spezielle Krankengymnastik sowie regelmäßige körperliche Betätigung können ebenfalls zur Befindlichkeitssteigerung eingesetzt werden.

 

Selbsthilfegruppen

Klinikdirektorin:
Prof. Dr. Daniela Hornung

 
Diakonissenkrankenhaus

Diakonissenstraße 28
76199 Karlsruhe

Telefon 0721 889-2347
Telefax 0721 889-3906
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