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Wichtiger Hinweis für Patienten mit Symptomen wie Fieber, Husten Atemnot

Neues Katheterverfahren für Herzklappen erstmals in Karlsruhe durchgeführt


Minimalinvasives Verfahren mit kürzeren Genesungszeiten

TriClip-Verfahren, Abb: Fa. Abbott

Prof. Dr. Claudius Jacobshagen, Direktor der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie

Minimalinvasives Verfahren mit kürzeren Genesungszeiten 

„Mir wurde ein neues Leben geschenkt.“ Die 80-jährige Hanna Bergmann (Name geändert) kann ihr Glück kaum fassen. Bereits vor zehn Jahren musste sie an einer undichten Herzklappe operiert werden, damals noch mit einer großen Operation am geöffneten Brustkorb. „Es hat Monate gedauert, bis ich mich von dieser großen Operation erholt hatte.“ Daher kam eine zweite Operation am offenen Herzen für sie nicht in Frage.

So quälte sich Hanna Bergmann viele Jahre mit Luftnot bei leichtester Belastung und Wassereinlagerungen in den Beinen. Ursache für die Beschwerden war eine Undichtigkeit der sogenannten Trikuspidalklappe, der Herzklappe zwischen rechter Vorkammer und rechter Hauptkammer. Durch die Undichtigkeit dieses Ventils wird das Blut in die verkehrte Richtung gepumpt und staut sich zurück in die Beine, in den Bauch und in den Brustraum, wo es zu Wasseransammlungen kommt.
 

Schonendes CardioBand-Verfahren

Eine offene Operation der Trikuspidalklappe ist mit einer sehr hohen Krankenhaussterblichkeit von neun Prozent verbunden. Daher ist es ein Segen für viele Patienten, dass die Trikuspidalklappe neuerdings auch minimalinvasiv mittels Katheterverfahren repariert werden kann. Prof. Dr. Claudius Jacobshagen, seit einem Jahr Direktor der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie in den ViDia Kliniken Karlsruhe, hat als ausgewiesener Experte für Herzklappenerkrankungen dieses Verfahren in Karlsruhe etabliert.

Hanna Bergmann ist eine der ersten Patientinnen, die von Prof. Dr. Jacobshagen und seinem Team in Karlsruhe mit dem sogenannten CardioBand-Verfahren behandelt wurde. Dabei wird ein weiches Polyesterband mittels Katheterverfahren auf dem Herzklappenring verankert. Dazu wird ein Katheter von einer Beinvene bis zum Herzen vorgebracht und das CardioBand unter 3D-Ultraschall und Röntgenkontrolle präzise an der Herzklappe befestigt. Anschließend wird das Band soweit zusammengezogen, dass die undichten Klappensegel wieder besser schließen können.

Der Eingriff findet ohne Eröffnung des Brustkorbes und ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine statt. Der Patient kann am nächsten Tag aufstehen und nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. „Es ist hochbeeindruckend am 3D-Herzultraschall zu beobachten, wie die Klappenundichtigkeit durch das  Zusammenziehen des Bandes reduziert wird“, berichtet Oberarzt Christian Pieper, der die Eingriffe mit Prof. Jacobshagen gemeinsam durchführt.
 

Vorreiter in der kathetergestützten Herzmedizin

Mittlerweile hat das Team der Klinik für Kardiologie noch ein zweites Katheterverfahren zur Behandlung der Trikuspidalklappe etabliert, das sogenannte TriClip-Verfahren. Hierbei wird die Herzklappe ebenfalls mit einem Katheter über die Leistengefäße des Patienten repariert. Mit einer winzigen Wäscheklammer, dem sogenannten TriClip verbinden die Kardiologen jeweils zwei der drei Klappensegel miteinander.

Für die Mitralklappe auf der linken Seite des Herzens ist dieses Verfahren als MitraClip-Verfahren in den ViDia Kliniken bereits ein Routineeingriff. Für die Trikuspidalklappe wurde dieses Katheterverfahren nun modifiziert und optimiert. „Hiermit können wir unseren Patienten nun zwei sehr schonende Katheterverfahren für die Trikuspidalklappe anbieten“, freut sich Prof. Jacobshagen.

Deutschlandweit gehört die Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie zu den Top-Behandlern von Patienten mit Herzklappenerkrankungen. In Baden-Württemberg ist sie eine von nur zwei Kliniken, die beide Verfahren für Trikuspidalklappen anbieten. Das Team von Prof. Jacobshagen gehört zu den Vorreitern der kathetergestützten Herzmedizin.
 

Kardiologie der ViDia Kliniken als Ausbildungsstätte für Interventionelle Kardiologie ausgezeichnet

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat die Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie der ViDia Kliniken als Ausbildungsstätte für die Interventionelle Kardiologie ausgezeichnet. Das bedeutet, dass Fachärzte für Kardiologie in den ViDia Kliniken die Zusatzqualifikation „Interventionelle Kardiologie“ erwerben können. Das Zertifikat setzt eine umfassende Expertise voraus und stellt hohe Anforderungen an die Infrastruktur und die Qualifikation der Ausbilder.

Die Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie der ViDia Kliniken verfügt über drei hochmoderne Herzkatheterlabore und einen Hybrid-OP für Herzklappeneingriffe und Schrittmacheroperationen. In diesen Laboren werden pro Jahr 5.000 Kathetereingriffe an Herzkranzgefäßen, Herzklappen, Herzelektrik und anderen Herzstrukturen durchgeführt. Dabei kommen alle modernen Verfahren der interventionellen Herztherapie zur Anwendung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der kathetergestützten Behandlung von Herzklappenfehlern.

„Ich bin stolz, dass wir unseren Mitarbeitern eine so exzellente Ausbildung im Bereich der interventionellen Herzmedizin anbieten können“, freut sich Prof. Dr. Jacobshagen, Direktor der Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie. „Dies kommt letztendlich immer unseren Patienten zugute“, ergänzt er.
 

  • Die Klinik verfügt über 97 Betten, darunter eine zertifizierte Chest Pain Unit, eine Heart Failure Unit, ein Cardiac Arrest Center und eine große Intensivstation mit 13 Betten.
     
  • Das Team umfasst 9 Oberärzte und 23 Fach- und Assistenzärzte. Diese können sich unter der Leitung von Prof. Dr. Jacobshagen und dem stellvertretenden Ausbildungsleiter Oberarzt Christian Pieper zum interventionellen Kardiologen ausbilden lassen.
     

Das Training dauert 24 Monate, in denen die Teilnehmer überwiegend im Herzkatheterlabor tätig sind und strukturiert in der kathetergestützten Therapie von Herzerkrankungen ausgebildet werden. Sie erlernen die Prozeduren anhand von etablierten Protokollen und unter strenger Supervision. Als Trainingszentren werden nur Kliniken mit einer besonderen Expertise und einer hohen Erfahrung im Bereich dieser Eingriffe ausgezeichnet.



Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Angiologie