Christliche Krankenhaushilfe feiert 50-jähriges Jubiläum

Wichtige Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft

2026 ist für die ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe ein besonderes Jahr.  Die im Jahr 2016 aus einer Fusion der katholischen St. Vincentius-Kliniken und dem evangelischen Diakonissenkrankenhaus hervorgegangenen ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe feiern in diesem Jahr das 175-jährige Bestehen. Im selben Jahr kann die Christliche Krankenhaushilfe (CKH) auf 50 Jahre ehrenamtliches Engagement zurückblicken.

Wichtige Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft

Die CKH wurde 1976 auf einen Impuls des damaligen Dekans von St. Stephan, Monsignore Friedrich Ohlhäuser, in den St. Vincentius-Kliniken gegründet. 20 Pionierinnen und Pioniere der CKH haben im Gründungsjahr mit einem Besuchsdienst für Patienten gestartet. Über die Jahre hat sich das Angebot für die Patienten kontinuierlich erweitert. 1993 konnte die Patientenbibliothek eröffnet werden, im Jahr 2000 wurde der Lotsendienst ins Leben gerufen.

Auch heute hat die Arbeit der Ehrenamtlichen große Bedeutung für die ViDia Kliniken. Zusammen mit den Grünen Damen und Herren am Standort in der Diakonissenstraße sind mehr als 60 Ehrenamtliche in den ViDia Kliniken tätig. Die Grünen Damen und Herren wurden bereits im Jahr 1975 gegründet und feiern im Jubiläumsjahr ihr 51-jähriges Bestehen.

Mit ihrer Arbeit erinnern die Ehrenamtlichen tagtäglich an den Auftrag der Gründer der St. Vincentius-Kliniken und des Diakonissenkrankenhauses, sich auf Basis des chrisltichen Menschenbildes um Arme und vor allem um Kranke zu bekümmern.

„Die Ehrenamtlichen bereichern unseren Klinikalltag auf besondere Weise. Mit ihrer Zeit, ihrer Aufmerksamkeit und ihrem persönlichen Engagement schenken Sie unseren Patientinnen und Patienten Orientierung, Zuversicht und menschliche Nähe – und zwar genau dann, wenn diese am meisten gebraucht werden. Für diesen wertvollen Einsatz danke ich allen Ehrenamtlichen von Herzen“, betont Richard Wentges, Vorstandsvorsitzender der ViDia Christliche Kliniken im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der CKH.

„Unsere Ehrenamtlichen begegnen den Menschen mit offenen Ohren, Zeit und ehrlichem Interesse. Hinter jeder Zimmertüre erwartet uns eine andere Lebensgeschichte. Deshalb geht es nicht darum, fertige Antworten zu geben, sondern zuzuhören, Mut zu machen und den Patientinnen und Patienten das Gefühl zu vermitteln, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind. Genau darin sehen wir den Kern unseres ehrenamtlichen Engagements“, erklärt Ute Hütz, die zusammen mit Constanze Leuze die Christliche Krankenhaushilfe in den ViDia Kliniken leitet.

„Oft sind es die kleinen Gesten, die eine große Wirkung entfalten – ein Gespräch, ein gemeinsamer Spaziergang auf dem Stationsflur oder einfach die Gewissheit, dass jemand da ist. Diese persönlilche Zuwendung kann den Klinikaufenthalt spürbar erleichtern“, ergänzt Constanze Leuze.

Wie in allen gesellschaftllichen Bereichen, sinkt die Bereitschaft, sich in einem Ehrenamt zu engagieren, kontinuierlich. Deswegen freuen sich die Ehrenamtlichen in den ViDia Kliniken über Nachwuchs und jeden, der sich ehrenamtlich für die Patienten in den ViDia Kliniken engagieren möchte. Wer an einer Mitarbeit bei der CKH interessiert ist, kann sich gerne unter Telefon 0721 8108-2149 melden.

Ursprünge der ViDia Kliniken basieren auf christlicher Nächstenliebe

Im Jahr des 175-jährigen Bestehens der ViDia Christliche Kliniken steht auch das Ehrenamt besonders im Fokus. Die Ursprünge der heutigen ViDia Christliche Kliniken reichen in eine Zeit zurück, als die Stadt Karlsruhe rund 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählte. Engagierte Bürgerinnen und Bürger gründeten aus christlicher und sozialer Verantwortung heraus Einrichtungen zur Versorgung armer und kranker Menschen.

Die engagierte Karlsruherin Amalie Baader und der Kaplan der Pfarrei St. Stephan, Franz Xaver Höll, gründen am 29. Januar 1851 gemeinsam mit Gleichgesinnten den St.-Vincentius-Verein. Ihr Ziel: Sich aus dem Impuls christlicher und sozialer Verantwortung heraus um die Armen und Kranken der Stadt zu kümmern. Noch im ersten Jahr der Aufnahme ihrer Tätigkeit – heute würde man von ambulanter Krankenpflege sprechen – zeichnete sich ab, dass die Betreuung der Kranken den Betrieb eines Krankenhauses erforderte. Am 1. Januar 1854 nimmt das neue St. Vincentius-Krankenhaus mit 16 Zimmern sowie einem Saal mit fünf Fenstern, der zu einer Kapelle umgebaut wurde, seine Arbeit auf.

In selben Jahr 1851 wird die Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe mit dem Wahlspruch „Alles und in Allen Christus“ feierlich eingeweiht. Fünf Schwestern werden zum Amt und Dienst als Diakonisse eingesegnet. Sie versehen im Krankenhaus am Mühlburger Tor mit zunächst zwölf Betten ihren Dienst und erhalten dort die praktische Ausbildung. Angeboten wird eine „wirksame Krankenpflege, die im lebendigen Christentum wurzelnd, Geist, Seele und Leib gleichermaßen im Auge hat“.

 

Ute Hütz (li.) und Constanze Leuze leiten gemeinsam die  Christliche Krankenhaushilfe (CKH) der ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe.
Fotos: M. Leidert